Blutwerte
Leukozyten
Abgekürzt auch WBC (white blood cells) oder LZ genannt, sind die weißen Blutkörperchen. Allgemein sind die weißen Blutkörperchen für sehr viele unterschiedliche Abläufe verantwortlich. Es gibt unterschiedliche Typen weißer Blutkörperchen - „das geübte Auge“ kann diese an Form, Farbe, Zellkern, etc. unter dem Mikroskop erkennen- welche dann Gruppen bilden und in diesen Strukturen bestimmte Aufgaben gewährleisten müssen. Die Leukozytenzahl eines Blutbildes bestimmt demnach nur sehr grob, wie viele Weiße Blutkörperchen momentan zahlenmäßig im Blutstrom vorhanden sind. Wenn man genauer unterscheiden möchte, welche Gruppen und inwiefern diese Verhältnismäßig aufgeteilt sind, dann muss man ein differenziertes Blutbild anschauen – das so genannte Differentialblutbild. Gewöhnlich geschieht dies in einem medizinischen Labor durch eine medizinisch technische Assistentin. Die Angehörigen dieser Berufsgruppe streichen das Blut aus, färben den Ausstrich und betrachten diesen unter dem Mikroskop oder das Blut wird direkt mit Hilfe eines automatisierten Analysengerätes differenziert, das heißt auf diese Weise werden die Weißen Blutkörperchen anhand ihrer Zellkernform und ihrem Aussehen klassifiziert und beurteilt.
Erythrozyten
Abgekürzt auch RBC (red blood cells) oder EZ genannt, stellen die roten Blutkörperchen dar. Diese machen eigentlich die rote Farbe des Blutes aus, durch ihren Inhalt dem Hämoglobin. Sie sind vor allem als Sauerstofftransporteur und Volumenerhalter (Herz-Kreislauf - Antreiber) zuständig. Sie müssen immer in bestimmter Anzahl vorhanden sein und eine bestimmte Viskosität (Flüssigkeitszustand) des Blutes gewährleisten, ansonsten kann der gesamt Organismus (Kreislauf) nicht aufrecht erhalten werden.
Hämoglobin
Auch HB oder HgB abgekürzt, ist der rote Blutfarbstoff. Unter normalen Umständen ist dieser in den Erythrozyten, den roten Blutkörperchen enthalten.
Hämatokrit
Abgekürzt HK oder auch Hkt. Zeigt das Verhältnis auf von Blutzellen zu Blutplasma (Flüssigkeit in der die Zellen schwimmen).
MCV
Dieser Wert ist nur auf die roten Blutkörperchen bezogen. Er zeigt das mittlere Zell Volumen der roten Blutkörperchen auf, also wie groß die sind. Je nach Krankheitsbild verändern die Zellen nämlich Form und Farbe, usw.
MCH
Auch dieser Wert bezieht sich ausschließlich auf die roten Blutkörperchen, indem er den mittleren zellulären Hämoglobingehalt aufzeigt, Also wie viel vom roten Blutfarbstoff tatsächlich in den Zellen enthalten ist. Dieser Wert zeigt z.B. auf, ob aus irgendeinem Grund zuwenig Hämoglobin gebildet werden konnte und die roten Blutkörperchen daher zuwenig Füllung gekriegt haben, was dann natürlich eine erschwerende Sauerstoffaufnahme zufolge hat (z.B.:bei zuwenig Eisenzufuhr, sprich Eisenmangel).
MCHC
Dies ist der 3. nur auf die roten Blutkörperchen bezogene Wert. Er zeigt die mittlere zelluläre Hämoglobinkonzentration auf. Also das Verhältnis vom roten Blutfarbstoff zum Hämatokrit. Wird selten aussagekräftig gebraucht. Deshalb gehen wir da auch nicht genauer darauf ein.
Thrombozyten
Abgekürzt auch Tz geschrieben, sind die Blutplättchen. Mikroskopisch kann man diese im Blutbild auch entdecken. Sie erscheinen wie kleine „Konfetti-Teilchen“ zwischen den anderen Zellen. Die Thrombozyten sind in der ersten Linie für die primäre Wundschließung verantwortlich. Das heißt, wenn man sich z.B. eine Schnittwunde zugefügt hat, werden die Blutplättchen an den Wundrändern festgepappt und bilden so eine Verschlussmöglichkeit der Wunde, welche zusätzlich mit Fibrinfäden verstärkt wird und somit eine Art „natürliches Pflaster“ bildet.
Segmentkernige Neutrophile
Oftmals abgekürzt als SEG. Diese Zellen sind in ihrer Form unter dem Mikroskop eindeutig erkennbar, da ihr Kern durch seinen normalen Alterungsprozess segmentiert (unterteilt) ist, das heisst er hat verschiedene Abschnürungen gebildet, die durch die erkennbaren "Fädelchen" sichtbar sind. Dieser Zelltyp ist mit seinen jüngeren Vorstufen für die bakterielle Abwehr zuständig. Er vernichtet und frisst Bakterien.
Stabkernige Neutrophile
Abk.: STAB. Er ist eine Stufe jünger als der Segmentkernige Neutrophile und hat aufgrund dessen noch keine Segmentbildung im Kern. Man erkennt ihn daher an seiner stabförmigen Kernform. Normalerweise hat man nur eine geringe Anzahl davon im Blut, der Rest ruht im Knochenmark, ist demnach im Blut noch nicht sichtbar. Nur wenn beispielsweise eine wirklich starke bakterielle Infektion vorliegt, dann wird er vermehrt vom Knochenmark ins periphere Blut abgegeben, damit so schnell wie möglich die Bakterien vernichtet werden können.
Eosinophile Neutrophile
Abk.: EOS. Diese sind unter normalen Umständen ziemlich selten im Blut zu sehen. EOS ist eine sehr auffallende Zelle, da sie eine ganz grobe Granulation (das heisst Substanzen innerhalb der Zellflüssigkeit, um den Kern herum) hat, die ihr das Aussehen einer frischen Himbeere verleiht, weil sie in der Färbung knall-orangerot erscheint. EOS erscheint zahlreicher, wenn zum Beispiel eine sehr starke allergische Reaktion vorliegt, häufig auch in Zusammenhang mit parasitärem Befall (z.B. Wurmbefall) und auch als Begleitsyndrom verschiedener anderer seltener Erkrankungen.
Basophile Neutrophile
Abk.: BASO. Diese Zelle ist auch sehr rar unter normalen Bedingungen zu finden. Wenn man sie im Blut sieht, dann ist sie dem Eosinophilen sehr ähnlich in der Form, erscheint jedoch eher als Brombeerchen, da BASO eine schöne blau-violette Granulation beinhaltet. Vermehrt tritt diese Zelle auf, wenn zum Beispiel Entzündungen im Gewebe vorhanden sind und auch als Begleiterscheinung bei vor allem chronischen Leukämien.
Monozyten
Abk.: MONO. Diese Zellart ist meist in Verbindung mit vorliegenden Infekten also Entzündungen (egal ob durch Bakterien oder Viren ausgelöst), oder bei speziellen akuten Leukämien erhöht im Blutstrom zu finden. Normalerweise bildet sie die Abfalldeponie des Blutes, ist also eine Fress-Zelle. Sie frisst sich voll mit kaputten, abgestorbenen Zellteilen (räumt und säubert vor allem das Blut, kann aber auch ins Gewebe eindringen), mit von Bakterien oder Viren befallenen Neutrophilen Segmentkernigen oder Lymphozyten, die regulär nicht ins Blut gehören und weggeräumt werden müssen. Monozyten sind an ihrer Grösse zu erkennen, da sie schlicht und bei normalen Verhältnissen mit etwa 16um die grössten aller Weissen Blutkörperchen sind. Auch besitzt ihr Zytoplasma, die wässrige Hülle, in die der Kern gebettet ist, eine ganz spezielle und für MONOS charakteristische "taubenblaue" Farbe. Der Kern ist meist rund, selten gebuchtet und er ist insgesamt eine sehr "feine" Zelle, mit feinen Strukturen.
Lymphzoyten
Abk.: LYMPH. Diese Zelle ist allgemein für die virale Immunabwehr und Antikörperbildung zuständig. Sobald Viren im Körper vermehrt aktiv sind, wird diese Zellreihe erhöht auftreten. Da sie dann natürlich schnell und in zahlreicherer Form im Blutstrom vorhanden sein müssen, werden auch jüngere Formen zu früh in den Blutstrom entlassen, um möglichst schnell mit den Viren fertig werden zu können. Diese jüngeren Zellen sind dann auch in der veränderten Form der Kerne, des Zytoplasmas, etc. zu erkennen. Daher gibt es auch spezielle Bezeichnungen der verschiedenen Formen, wie z.B. der Atypische Lymphozyt, der viel grösser als der normale Lymphozyt erscheint, ein dunkelbasophiles Zytoplasma (ganz dunkelblaue Flüssigkeit um den Kern herum) zeigt und eine violette, oft gebuchtete Kernform aufweist. Speziell können sich in dieser Zelle auch Vakuolen bilden (Fressblasen) und um den Kern herum kann man eine Aufhellung sehen. Diese Zelle ist für ein geübtes Auge sofort zu erkennen und tritt gehäuft fast nur bei einem einzigen Krankheitsbild auf, nämlich der Mononukleose, auch Pfeiffersches Drüsenfieber genannt. Natürlich gibt es auch chronische und akute lymphatische Leukämien, wo diese Zellreihe dann entartet und dies entsprechend im Blutbild ersichtlich ist.
Spezielle Zellen
Eigentlich kann eine/einer (sehr geübte) Laborantin/Laborant alle Zellen im Differentialblutbild zuordnen und klassifizieren. Es gibt jedoch dennoch ein paar "heikle", komplizierte Krankheiten bei deren Erscheinen Zellen im Blut auftreten, die zum Beispiel eine so junge Form haben (Blasten nennt man diese in der Fachsprache), dass sie nur schwer unterscheid- und klassifizierbar sind. Diese werden dann oft auch als Blasten innerhalb der Analyse aufgeführt und in Grösse, Farbe und Form des Zellkerns und Zytoplasmas und Einschlüssen, die sie aufweisen beschrieben. Zu Krankheitsbildern dieser Art können z.B. die akuten und chronischen Leukämien, wie auch einige der hämolytischen oder refraktären Anämien gehören.
Natrium
Natrium ist ein sehr wichtiges Teilchen für unseren Elektrolythaushalt, der wiederum den gesamten Wasserhaushalt mitregelt. Im Blut, wie im gesamten Körper herrscht immer ein gewisses Gleichgewicht. Auch der Elektrolythaushalt wird durch das "osmotische" Gleichgewicht kontrolliert, so dass die körperlichen Funktionen und der Stoffwechsel bestmöglich ihrer Arbeit gerecht werden können. Nämlich den Körper gesund zu erhalten. Wenn man dieses Gleichgewicht stört (zumeist durch äussere Einflüsse von Mensch und/oder Umwelt), dann gerät der Körper ins Ungleichgewicht und gerät in einen erkrankten Zustand. Osmotisches Gleichgewicht bedeutet, dass immer eine bestimmte Anzahl Teilchen im vollkommenen Gleichgewicht innerhalb der Blutflüssigkeit, der Zellen und im Gewebe vorhanden sein müssen. Verändert man dies, indem man z.B. zu wenig trinkt (und infolgedessen dehydriert), so hat dies zur Folge, dass die Konzentration der Teilchen in der noch vorhandenen, wenigen Flüssigkeit zunimmt. Der Körper muss nun irgendwoher Wasser auslagern, um wieder ein annäherndes Gleichgewicht zu schaffen. Dies ist der Grund dafür, dass wenn weiterhin keine oder zu wenig Flüssigkeitszufuhr (Wasser, Getränke, Infusion,etc.) von Aussen statt findet, folgende Symptome auftreten: Trockene Schleimhäute, rissige Zunge, stehende Hautfalten, körperliche Schwäche, Produktion von sehr wenig und durch die Konzentration stark dunklem Urin, geistige Eintrübung sowie Fieber und anschliessend Exitus (Tod). Deshalb signalisiert der Körper dem Menschen durch ein stark auftretendes Durstgefühl, Wasser zugeführt werden muss, bevor es zu spät ist. Natrium ist das häufigste Kation (positiv geladenes Teilchen) im Extrazellulärraum (ausserhalb der Zelle, in der Blutflüssigkeit = Serum), dass stets in annähernd gleicher Anzahl vorhanden sein muss, um all diese Stoffwechsel z.B. des Wasserhaushaltes zu unterstützen.
Kalium
Kalium hat eine ähnliche osmotische Funktion wie Natrium. Es ist nur im Zellinnern enthalten. Kalium spielt eine sehr wichtige Rolle im Nervenreizleitungssystem (bei der Entstehung des Aktionspotentials und der Erregungsübertragung), das vor allem die Funktion des Herzes und dem allgemeinen Nervensystem koordiniert. Kalium hilft auch beim Insulintransport in die Zelle. Es ist demnach ein ziemlich wichtiges Teilchen, denn sowohl ein Kaliumüberschuss (Hyperkaliämie), als auch ein Kaliummangel (Hypokaliämie) führen zu Störungen der neuromuskulären Erregungsleitung, wodurch es zu gefährlichen Herzrhythmusstörungen kommen kann. Oftmals kommen solche Hypokaliämien z.B. durch Langzeittherapien mit Diuretika oder Abführmitteln zustande; die Folge davon sind Muskelschwäche und eben wieder Herzrhythmusstörungen. Auch werden solche Symptome durch wiederholtes Erbrechen oder Durchfälle hervorgerufen, was dann darauf hinweist, dass man sofort für Ausgleich, also eine Kaliumzufuhr (Bananen, Fleisch oder Brause) sorgen muss. Bei schwersten Störungen hilft meist nur noch durch eine Infusion intravenös verabreichtes Kalium.
Kalzium
Kalzium ist vorwiegend am Aufbau von Knochen und Zähnen beteiligt. Es spielt eine entscheidende Rolle, bei der neuromuskulären Erregungsübertragung und bei der Muskelkontraktion. Das heisst, ohne genügend Kalzium könnten sich die Muskelfasern überhaupt nicht mehr kontrahieren und sich bewegen, deswegen besitzt das Kalzium in diesem Bereich eine besondere Schlüsselstellung und ist ein sehr wichtiges Elektrolyt-Teilchen. Auch kann ein Kalziummangel den Knochenaufbau und die Zahnresistenz beträchtlich beeinflussen.
Magnesium
Bei dem in der Allgemeinheit bekannteren Spurenelement Magnesium, dessen Vorkommen im Blut meist in direktem Zusammenhang mit der Nahrung steht, verhält es sich ähnlich, wie beim Kalzium. Magnesium ist verantwortlich für reibungslose Muskelkontraktionen. Sinkt der Magnesium-Spiegel im Blut, kann es zu starken Muskelkrämpfen kommen und somit z.B. bis zu Herzrhythmusstörungen führen.
Anorganisches Phosphat
Anorganisches Phosphat - auch Phosphor genannt -, ist der Baustein für den Energieträger ATP (Adenosin Triphosphat). Sind im Körper zu wenig Phosphate vorhanden, so besteht keine Möglichkeit mehr zur Energiebereitstellung. Auch ist das Phosphat für den Knochenstoffwechsel ein wichtiger Mitspieler. Aus diesem Grunde sollte immer ein Gleichgewicht, zwischen Phosphat und Kalzium bestehen. Da Phosphate mittlerweile, durch die Nahrungsmittelindustrie zur Behandlung vieler Lebensmittel zu den stark beigefügten Zusatzstoffen zählen und so meist im Überfluss und vor allem unbemerkt ins Körpersystem gelangen – ist dieser Punkt besonders zu betonen. Aufgrund dieser Vorgänge muss der Körper oftmals um das Kalzium-Phosphat-Gleichgewicht halten zu können, Kalzium teilweise aus den Knochensubstanzen auslagern. Aus diesem Missstand kann beispielsweise die Knochenbrüchigkeit (Osteoporose) entstehen.
Cholesterin
Cholesterin ist unter Anderem ein Ausgangsprodukt für die Bildung von Vitamin D und gehört der Gruppe der Sterinen an. Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen dem Cholesterinspiegel des Blutes und z.B. der Erkrankung Arteriosklerose. Durch einen zu hohen Cholesterinspiegel im Blut können cholesterinhaltige Ablagerungen an den Gefäss - Innenwänden entstehen, die im Anschluss daran dann wiederum die Bildung von Blutgerinnseln oder allgemein eine Gefässverengung begünstigen können. Die Folge davon ist dann häufig ein erhöhtes Risiko für Thrombosen, Herzinfarkt, Lungen- und tiefe Beinvenen-Embolie, etc.
HDL-Cholesterin
Es gibt zwei Typen cholesterinhaltiger Lipoproteine. HDL (Cholesterin) und LDL (Cholesterin). Das HDL (Cholesterin) ist vor allem verantwortlich für die Weitstellung der (arteriellen) Gefässe. Es lagert sich an den Rezeptoren innerhalb der Zellwand ab und fördert somit die Bildung von Stickstoffmonoxid, das dann wiederum auf das Lumen (den Hohlraum des Gefässes) erweiternd wirkt. Wer völlig auf Fettaufnahme in Form von Nahrung verzichtet, riskiert daher einen Rückgang von diesem für den Körper sehr wertvollen Lipoprotein.
LDL-Cholesterin
Es gibt zwei Typen cholesterinhaltiger Lipoproteinen. LDL (Cholesterin) und HDL (Cholesterin). Das LDL (Cholesterin) begünstigt häufig in zu hohem Masse vor allem das Herzinfarktrisiko. Aus diesem Grund sollte eine möglichst ausgewogene, aber nicht zu einseitige (in Richtung Fett und Fleisch) Ernährung in Erwägung gezogen werden. Das heisst, es müssen alle nahrungsspezifischen "Bausteine" (z.B. Kohlenhydrate, Fette, Proteine, etc.) in einem ausgewogenen und auf den Körper individuell abgestimmten Verhältnis, möglichst frei von Zusatzstoffen, Konservierungsmitteln, künstlichen Vitaminisierungen, Geschmacksverstärker, usw., mit der Nahrung aufgenommen werden. Um den Körper möglichst gesund, im Gleichgewicht und für alle täglich notwendigen Reaktionen Auf- und Umbaumassnahmen im Innern "gerüstet" zu halten.
Triglyceride
Mit der Nahrung aufgenommene Speisefette werden in Fettsäuren gespalten, die dann in den Blutstrom übergehen und körpereigene Triglyceride bilden. Fettsäuren, welche so viele Wasserstoffatome wie möglich in ihren Kohlenstoffketten aufweisen (sozusagen alle Plätze abgebunden haben), werden als gesättigte Fettsäuren bezeichnet. Ungesättigte Fettsäuren besitzen weniger Wasserstoffatome (und haben daher noch Bindungsmöglichkeit). Davon gibt es einfach (es fehlt lediglich ein Paar Wasserstoffatome) und mehrfach (fehlen mehr als ein Paar Wasserstoffatome) ungesättigte Fettsäuren. Vor allem gesättigte Fettsäuren tragen zur Erhöhung des Cholesterinspiegels im Blut bei, während ungesättigte Fettsäuren den Cholesterinspiegel senken, sowie für den Um- und Aufbau besser gebraucht werden können.
Chlorid
Chlorid ist das im Extrazellulärraum (ausserhalb der Zelle) am häufigsten vorhandene Anion (negativ geladenes Teilchen). Wahrscheinlich werden Sie das Teilchen in seinem liebsten "Bindungszustand" mit dem positiv geladenen Natrium, also als NaCl, Natriumchlorid = Kochsalz kennen. Chlorid stellt ein sehr wichtiges Teilchen für den Körper dar, da es vor allem für den Ausgleich des osmotischen Drucks im Extrazellulärraum verantwortlich ist. Deshalb ist auch hier wieder ein bestimmtes Gleichgewicht wichtig. Es darf weder ein langzeitiger Überschuss, noch ein Mangel von diesen Elektrolyten herrschen. Aufgrund dessen ist es sehr wichtig, da sowohl die ausgewählte Nahrungsaufnahme, wie auch die Flüssigkeitszufuhr als Hauptmanipulator dieser Systeme (Wasser- und Elektrolythaushalt) dienen, sich gut zu informieren, was in welcher Form und Menge für den (eigenen) Körper notwendig ist, damit er seine Stoffwechselvorgänge möglichst ohne die körpereigenen Ressourcen angreifen zu müssen, durchführen kann.
Gesamteiweiss
Eiweisse sind sowohl für die Struktur, als auch für die Funktion des menschlichen Körpers von überragender Bedeutung. Die Gestaltung des Äusseren eines Menschen hängt im Wesentlichen von den Proteinen (Eiweissen) ab, denn sie sind die entscheidenden Bausteine und Bestandteile von fast allen Organen. So sind Proteine z.B. als Hauptbestandteil der Muskulatur für die Beweglichkeit und Mobilität des Menschen verantwortlich. Auch bilden Proteine, die "Zugänge" jeder Zellmembran im Körper! Das heisst, sie bewahren so die Individualität der Zelle, indem sie die Passage jedes Stoffes in und aus der Zelle heraus genauestens überwachen und ermöglichen, oder verhindern. Proteine können auch in ihre Einzelbestandteile den Aminosäuren auf gespalten werden. DNA beispielsweise die gesamte menschliche Vererbungsstruktur besteht aus diesen Aminosäuren. Innerhalb des Organismus werden als Bausteine für Proteine ca. 20 verschiedene Aminosäuren verwendet. Diese Aminosäuren sind meistens im Grundgerüst genau gleich aufgebaut. Als Unterscheidungsmerkmal gibt es nur einen variablen "Restteil", welchen man feststellen und somit die einzelnen Aminosäuren unterscheid- und benennbar machen kann. Von diesen momentan bekannten ca. 20 Aminosäuren sind acht Stück essentiell, das bedeutet sie können – vergleichbar mit den essentiellen Fettsäuren – nicht vom Körper aus anderen Molekülen (chemischen Verbindungen) synthetisiert (neu und selbst hergestellt) werden, sondern müssen über die Nahrungsaufnahme in möglichst reiner, brauchbarer Form aufgenommen werden. Deshalb ist es auch im Bezug auf Proteine sehr wichtig die Nahrungsaufnahme in Betracht zu ziehen – im Falle einer entsprechenden Erkrankung, da diese den entscheidenden Faktor für die Beeinflussung der Entstehung der Proteine darstellt.
Harnsäure
Harnsäure ist eine Stickstoffverbindung, die beim Ablauf des Eiweissstoffwechsels entsteht. Eine Störung des "Harnsäuregleichgewichts" kann z.B. Gicht verursachen, da Harnsäure nur sehr schwer löslich ist und sich dann in Gelenken absetzen kann. So kann sie auch kristallisieren und es können aus den Salzen der Harnsäure z.B. Nierensteine, usw. entstehen. Auf jeden Fall ist es auch hier sehr häufig und wichtig, dass man sich genau mit seiner eigenen Ernährungsweise (falls nicht wirklich ein richtiges Krankheitsbild festzumachen ist) auseinandersetzt, denn der Eiweissstoffwechsel hängt natürlich wieder in erster Linie von dem Gleichgewicht "Nahrungsanforderung – Energieverbrauch - Nahrungszufuhr" ab.
Harnstoff
Harnstoff entsteht meist in der Leber als Endprodukt des Proteinstoffwechsels (Eiweissstoffwechsel). Stickstoff, der im Harnstoff enthalten ist, stammt grösstenteils aus mit der Nahrung aufgenommenen Proteinen. Bei einer übermässig, unangepassten (und dementsprechend unnötigen) Proteinzufuhr über die Ernährung, können Proteine auch zur Energieerzeugung herangezogen werden. Durch diesen ungewohnten Ablauf des Proteinabbaus, werden Aminosäuren wieder freigesetzt. Aus diesen Aminosäuren muss jedoch zusätzlich der Stickstoff entfernt werden, damit sie dann zur Energiegewinnung genutzt werden können. Dieser Umbau geschieht innerhalb der Leber, eingeleitet durch eine Enzymreaktion. Als Nebenprodukt der Stickstoffentfernung, entsteht nun aber das hochgiftige Ammoniak das wiederum ebenfalls in der Leber in ungiftigen Harnstoff umgewandelt werden muss, damit dieser ausgeschieden werden kann. Somit wird auch hier wieder ersichtlich, wie sich falsche Ernährungsgewohnheiten auf den sensiblen Stoffwechsel des Körpers auswirken können.
Kreatinin
Kreatinin ist die Ausscheidungsform des Kreatins. Das heisst, das Zwischenprodukt des Aminosäuren- und Muskelstoffwechsels Kreatin kann in Kreatinin umgewandelt und somit über die Nieren ausscheidungsmöglich gemacht werden. Die Ausscheidung mit dem Harn beispielsweise ist individuell verschieden, jedoch meist in konstanter Menge und der Muskelmasse einer Person direkt proportional. Die Diagnostik des Kreatininwertes ist daher ziemlich kompliziert, da hier sehr viele Parameter zusammenkommen, die eine irritierende Beeinflussung des Wertes herbeiführen könnten. Wenn der menschliche Körper zum Beispiel durch zu hohes Fieber, zu starkes Training oder einen tatsächlich krankhaften starken Reiz einen Muskelzerfall erleidet, wird dies einen erhöhten Kreatininwert zur Folge haben. Auch kann man jegliche Muskelauf- oder Abbauphasen anhand dieser Wertmessung feststellen, da sich Kreatinin direkt proportional zur Muskelmasse konstant verhält. Da die Nieren direkt an der Ausscheidung dieses Stoffes beteiligt sind, muss man bei einer Veränderung dieses Wertes natürlich auch Nierenschäden, oder einfach über die Nahrung überschüssigen Fleischkonsum (welcher dann den direkten Abbau und die Ausscheidung in Form von Kreatinin bewirkt) in Betracht ziehen. Das bedeutet, dass zur Diagnose ein möglichst umfassendes Repertoire an Blutwerten, gute Kenntnis der Lebensumstände und Umgangsweisen des Patienten mit seinem Körper, wie auch einen "zum Suchen" programmierten Scharfsinn für ein zutreffendes Gesamtbild des Laboranten sowie einen Überblick der Sache notwendig sind, um die tatsächliche Ursache der Veränderung eines Wertes zu bestimmen. Denn bezogen auf die mögliche Behandlung eines Patienten in Form einer Therapie, steht und fällt das Endergebnis mit der korrekten und fundierten Diagnose!
Bilirubin gesamt
Das Bilirubin ist ein direktes Abbauprodukt des in den roten Blutkörperchen enthaltenen Farbstoffes Hämoglobin. Das Hämoglobin wird in Milz und Leber "umgewandelt", damit das daraus entstandene Bilirubin durch einen aktiven Transport über die Galle ausgeschieden werden kann. Anhand dieses Wertes kann man zum Beispiel einen (von verschiedenen Ursachen beeinflussten) zu starken Untergang der roten Blutkörperchen feststellen. Die Leber, welche aufgrund dessen in ihrer Ausscheidungsfunktion überfordert ist, schickt das Bilirubin ins Blut, demnach also wieder in den Körper zurück. Dieser Vorgang kann unter Anderem zu einer Gelbverfärbung der Augenskleren (die dafür typische Gelbäugigkeit), wie auch der Haut (sog. Gelbsucht) führen. Auch wird anhand des Bilirubinwertes die Leber-Funktion geprüft. Denn wenn die Leber erkrankt, zum Beispiel durch Hepatitis (Gelbsucht), und Teile des Gewebes zerstört werden, kann sie natürlich ihre normalen Aufgaben nicht mehr erfüllen.
Alkalische Phosphatase
Die alkalische Phosphatase ist ein Enzym und kommt fast in allen Zellen des Körpers vor. Sie setzt sich aus verschiedenen Unterenzymen (Iso-Enzymen) zusammen, wobei in diesem Zusammenhang die Knochen- und Leberunterarten vor allem von praktischer Bedeutung sind. Die alkalische Phosphatase kann mitunter ein Hilfsparameter sein um z.B. Gallenstauungen in und ausserhalb der Leber anzuzeigen, oder um den Knochenstoffwechsel, sprich Um- und/oder Abbau (vor allem im Kindesalter) zu beobachten.
Amylase
Die Alpha-Amylase gehört der Gruppe der Verdauungsenzymen an. Sie besteht aus zwei Unterenzymen (Isoenzyme), welche Stärke und Glykogen im Speichel unter anderem spalten, folglich also abbauen. Das heisst, diese Enzyme machen es möglich, dass mit der Nahrung aufgenommene Kohlenhydrate für den Körper überhaupt verwertbar werden. Daher unterscheidet man die Speichel-Amylase, die demnach natürlich im Speichel vorkommt und die Pankreas-Amylase, die sich im Pankreas (der Bauchspeicheldrüse) befindet. Bei Verdacht auf Bauchspeicheldrüsenentzündung, kann man z.B. eine deutliche Erhöhung der Pankreasamylase beobachten.
Cholinesterase
Diese von den Leberparenchymzellen gebildete und durch die meisten Labortests erfassbare Enzymgruppe spaltet vor allem kurzkettige Fettsäuren. Das heisst, die mit dem so genannten CHE-Test gemessenen Cholinesterasen wirken im Blutplasma regulierend auf die Konzentration von freiem Cholin. Desweiteren führt dieser Vorgang zur Regulation der Nerven-Muskel-Zusammenarbeit, indem das CHE indirekt auf das Nervenreizleistungssystem Wirkung zeigt. Dieser Parameter kann auch, jedoch nur in Verbindung mit den anderen Leberenzymen, zur Diagnoseberstellung des Grades einer Leberzellschädigung verschiedener Ursachen hinzugezogen werden. Bei Diabetes, oder Leberverfettungen z.B., kann die CHE-Aktivität ansteigen, während sie bei Intoxikationen (Vergiftungen) eher gehemmt wird.
GGT
Ausgeschrieben heisst dieses Enzym, Gamma-Glutamat-Transferase, welches normalerweise fast überall (innerhalb der Zellen) vorkommt. Dennoch weist eine erhöhte Serumkonzentration meist in Richtung Leberzell- oder Gallenwegsbeschädigung hin. Dieser Analyt ist ein für die Leber sehr spezifischer, empfindlicher und daher gut zu gebrauchender Parameter.
GOT
Die GOT (Glutamat-Oxalacetat-Transaminase), ist wie der Name schon sagt ein Enzym, das in hoher Konzentration im Herz- und Skelettmuskel vorkommt. Man kann zum Beispiel im Falle eines Herzinfarktes eine starke Erhöhung des GOT-Wertes nach ca. 4 Std. feststellen. Nach 16-48 Std. wird dann diesbezüglich der Höchstwert erreicht. Ein gleichzeitiger, gemeinsamer Anstieg der drei Leberwerte (GOT, GPT, Ggt), weist dagegen eher in die Richtung eines Leberzellschadens aufgrund irgendeiner Ursache hin. Eine leichte Erhöhung des GOT-Wertes kann man sehr oft beispielsweise bei körperlicher Anstrengung, wie hartem Training, schwer körperlicher Arbeit etc. freigesetzt aus der Skelettmuskulatur als natürliche Ursache beobachten.
GPT
Das Enzym Glutamat-Pyruvat-Transaminase ist auch ein leberspezifisches Parameter. Es steigt vor allem bei Leberzellschädigungen und Gallenwegserkrankungen an.
Lipase
Lipase stellt ein Verdauungsenzym dar, spaltet also Fette in eine für den menschlichen Körper verwertbare Form. Davon gibt es gewöhnlich zwei Typen. Die Triglyceridlipidasen, welche in Magen, Bauchspeicheldrüse, im Fettgewebe und im Dünndarm vorkommen und die Phospholipidasen, die vor allem innerhalb der Bauchspeicheldrüse gebildet werden. Diese können unter anderem eine starke Hämolyse (Untergang Roter Blutkörperchen) bewirken, falls sie in zu hoher Konzentration im Blut auftreten. Erhöhtes Auftreten dieser Enzyme sieht man sehr oft bei Entzündungen im Bereich Magen-Darm und/oder Bauchspeicheldrüse.
Eisen
Der Eisengehalt eines Körpers sollte beim Mann ca. 50mg/kg und bei einer Frau ca. 38mg/kg Körpergewicht betragen, damit die Funktionsfähigkeit des Organismus gewährleistet ist und ohne Einschränkungen arbeiten kann. Die dazu notwendige Eisenbilanz wird vor allem durch die Resorption (Rückführung über Nahrungsaufnahme) im Dünndarm reguliert. Die für uns am einfachsten und ehesten zu verwertende Eisenform (Fe2+, Fe3+) findet man in tierischen Produkten wie Fleisch, Butter, Eier, etc. Das wiederum bedeutet, dass man Eisen vor allem über die Nahrungsaufnahme zuführen kann und muss! Ganz einfach erklärt, wird das Eisen über die Dünndarmschleimhaut aufgenommen (resorbiert), durch Transferrin und Apotransferrin zu den jeweilig wichtigen "Baustellen" oder Speicher transportiert. Dort wird es entweder in die Erythrozyten eingebaut oder beispielsweise in Form des Ferritins als "bioverfügbares Teilchen" gespeichert. Der grösste Teil an Eisenmenge in unserem Körper, liegt aber in Form von Hämeisen vor. Dies bedeutet, dass die Eisenatome in den roten Blutkörperchen, im Hämoglobin (dem roten Blutfarbstoff) enthalten sind. Der Verantwortungsbereich dieser Art der Eisenverwendung liegt vor allem darin, den gesamten Organismus mit Sauerstoff zu versorgen sowie Kohlendioxid abzubauen und hat natürlich damit indirekt Einfluss auf die gesamten Organ- und Stoffwechselfunktionen überhaupt! Genau aus diesem Grund sind solche oftmals als "banal" angesehene Krankheitsbilder wie Eisenmangel, leichte Anämie, also durch Fehlernährung erworbene Ungleichgewichte des Eisens, sehr Einfluss nehmend auf unseren Körper und dessen Funktionsfähigkeit.
Transferrin
Transferrin ist ein Proteinmolekül, das vor allem für den Abtransport des Eisens verantwortlich ist. Es wird in der Leber synthetisiert (gebildet). Jedes dieser Transportmoleküle trägt zwei Bindungsstellen und kann demzufolge an zwei Stellen Eisenatome binden. Bis heute ist noch unklar, wodurch die Transferrinsynthese, also die Eisenresorption indirekt gesteuert wird. Man nimmt an, dass dieser Vorgang in direkter Proportionalität zu der Serumeisenkonzentration steht. Denn wenn nicht genügend Eisen über die Nahrung zugeführt wird, sinkt als erstes der Serumeisenspiegel, kommt weiter kein Eisen nach, wird langsam der Eisenspeicher aufgebraucht. Wenn auch dies ohne dementsprechende Reaktion des Menschen nicht gestoppt worden ist, muss der Körper das vorhandene Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) abbauen, damit er seine Stoffwechselfunktionen weiter erhalten kann. Dieser Vorgang führt dann schlussendlich zu einer Anämie (Blutarmut) und zieht wiederum weitere schwerwiegende Konsequenzen nach sich.
Ferritin
Ferritin ist ein ubiquitäres (überall vorkommend), körpereigenes Protein, welches vor allem für die Speicherung des Eisens zuständig ist. Es besteht aus rund 24 Proteineinheiten und bildet eine Hohlkugel, die im eisenfreien Zustand Apoferritin genannt wird. Im Inneren dieser Hohlkugel können bis zu 4000 Eisenatome gespeichert werden! Zusammen mit dem Hämosiderin bildet jenes Ferritin die spezifische Eisenreserve jeder Zelle und des gesamten Organismus. Ferritin besitzt eine bemerkenswerte Eigenschaft, zur spezifischen Aufnahme, Speicherung sowie auch als Abgabe des Eisens. Es nimmt das Eisen auf, speichert dies direkt in "bioverfügbarer" Form, so dass es auch schnellstmöglich einsatzbereit ist und abgegeben werden kann. Da ionisiertes Eisen normalerweise sehr toxisch für unsere Zellen ist, schützt sich das Ferritin gleichzeitig mit einer dementsprechend aufgebauten Proteinschutzhülle davor Schaden zu nehmen. Der Ferritinwert wird vor allem für eine genaue Verlaufskontrolle des Eisenmangels und seiner Therapie bestimmt.
C-reaktives Protein
Das CRP ist ein Protein, welchem man Abwehrfunktion zuordnet. Seine molekulare Struktur (Aufbau bzw. Aneinanderreihung der Atometeilchen) besitzt fünf untereinander identische Untereinheiten, die je ein Calcium-Ion zu binden vermögen. Das CRP reagiert sehr schnell auf Entzündungsgeschehen, indem es eine rasche Antwort liefert. Dieses Protein besitzt die Fähigkeit ein breites Spektrum an biochemischen Strukturen (Liganden) zu binden. Zum Beispiel können das äussere Strukturen von Bakterien, Viren, Krebszellen, Pilzen, Parasiten, etc. sein, als auch innere Strukturen, wie Phospholipide von zerstörten Zellen jeglicher Art u. v. m. Die Bindung des CRP an diese Liganden soll durch Calcium-Ionen vermittelt werden. Somit hat man auch an dieser Stelle wiederum eine Querverbindung zu den Spurenelementen gefunden, die von immenser Bedeutung ist. Zuwenig Calcium-Ionen = geringe Bindungsfähigkeit, das bedeutet langsamere und schwächere Immunantwort auf Krankheiten! Die Bindung von CRP hat folgende Gründe: Sie fixiert störende, krankmachende Teilchen an einem Ort, aktiviert somit das Komplement-System (so genannte Aufräumpolizei des Körpers), da es durch Bindungen fremde Strukturen bildet, welche der Körper dann zu beseitigen/zerstören vermag (Bakterien, Viren, Parasiten, Krebszellen, abgestorbene Zellreste, usw.). Deshalb ist das CRP ein sehr empfindlicher und für entzündliche Vorgänge im Körper sensibler Parameter, welcher normalerweise "fast" nicht vorhanden ist und nur in Verbindung mit Immunreaktionen des Körpers in Erscheinung tritt.
ASO
Dies ist ein Parameter, der vorwiegend zur Diagnostik bei Verdacht auf eine akute (momentan aktive) Infektion mit hämolysierenden ss-Streptokokken (Mandelentzündung, Scharlach, etc.) hinzugezogen wird. Und auch dann meist nur als Bestätigungsparameter zur Unterstützung der mikrobiologischen Untersuchung dient. Manchmal kann man durch diesen Wert kontrollieren, ob beispielsweise eine bestimmte Antibiotika-Therapie gegen die Streptokokken (Bakterien) anschlägt und erfolgreich ist, oder nicht. Es muss nur sichergestellt werden, dass tatsächlich ein Infekt mit dementsprechendem Keim vorhanden ist, um eventuelle Kreuzreaktionen (unspezifische Reaktionen des Tests mit Rheumafaktoren z.B., falsch positive Resultate!) des ASO auszuschliessen.
RF
Der Rheumafaktor ist als Diagnose weisender Parameter genau wie der ASO-Titer mit Vorsicht zu geniessen. Denn es gibt eigentlich keine Rheumaspezifische Labordiagnostik! Dieser Parameter kann jedoch zum Beispiel als Verlaufskontroll-Parameter genutzt werden, bei bekannter rheumatoider Arthritis (die wirklich durch auf den eigenen Körper reagierende Antikörper ausgelöst wird). Man muss natürlich die Grundursache der Arthritis herausfinden und auch wirklich untersuchen, ob es nicht einfach ungleichgewichtige Stoffwechselabläufe und damit Kristallablagerungen oder Unterversorgungen der Gewebe- und Gelenkstrukturen ausmachen, dass der Körper nicht mehr funktionsfähig ist, und dadurch in einen desolaten (krankhaften) Zustand gebracht wurde.